An der Südfront im Trentino

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Im Val di Gresta, an der Südfront des 1. Weltkrieges

Am 26. September besichtigten drei Abschlussklassen der TFO mit ihren Professorinnen Gerda Crepaz und Hildegard Pircher zum ersten Mal unmittelbares Frontgebiet des 1. Weltkriegs, Nagiá Grom in Val di Gresta. Mit dabei war Oswald Mederle, Vizepräsident des Geschichtsvereins Südtirol, der mit seinen detaillierten Erzählungen und anschaulichen Schilderungen die Aufmerksamkeit der Schüler/innen auf sich zog: Laufgraben, Feldküche, Kaverne, Stacheldraht, Wasserreservoir, Granattrichter waren sichtbare Reste der über 100 Jahre alten Stellung. Die Beschreibungen von Kanonen, Haubitzen und Mörsern ließen die Vorstellung über die Gefahren in unmittelbaren Kriegsgebieten lebendig werden. Vom Nagiá-Grom-Hügel hatte die Gruppe freie Sicht bis nach Riva im Süden und bis zum Monte Pasubio im Osten. 

Welche Herausforderung die Kriegserklärung Italiens am 23. Mai 1915 mit der unvorbereiteten Südflanke für Österreich-Ungarn darstellte, war Schwerpunkt des Vortrags. Von Standschützen und Freiwilligen, Patrouillenkämpfen und drei Jahre andauernden Stellungskriegen mit großen Entbehrungen war die Rede. Besonderes Augenmerk legte Oswald Mederle aber auch auf die Zwangsevakuierungen der Zivilbevölkerung, er sprach von Auffanglagern und registrierten Plünderungen durch Soldaten.

„Zu wenige haben laut gerufen: ‚Wir wollen diesen Krieg nicht‘“, so Mederle. Hundert Jahre nach der Niederlage und Kapitulation Österreich-Ungarns stellt der Schüler Matthias Tammerle fest: „Durch die informative und anschauliche Darstellung vor Ort wird Geschichte interessant und nicht vergessen.“

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