Auf den Spuren der Tiroler Front

Ein Foto aus schwierigen Zeiten: An der Front im 1 Weltkrieg

Ein Foto aus schwierigen Zeiten: An der Front im 1. Weltkrieg mit Kaiserjägern und Geschütz

Unweit von Rovereto liegt Nagià Grom im Val di Gresta. Auf dem Hügel gruben die Alpiniveteranen von Mori in mühevoller und langjähriger Arbeit die Stellungen der Standschützen und Kaiserjäger des Ersten Weltkriegs aus. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei vom Brixner Historiker Oswald Mederle, der kürzlich unsere fünften Klassen an den symbolträchtigen Ort begleitete.

50 TFO Schüler mit Begleiter im Trentiner Val di Gresta

50 TFO Schüler mit Begleiter im Trentiner Val di Gresta

Bei herrlichem Kaiserwetter wanderten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Begleitlehrpersonen Prof. Beatrix Reichert, Prof. David Hofer und Prof. Josef Prantl die Schützengräben ab und erfuhren authentisch, wie es den Soldaten vor 100 Jahren wohl ergangen sein könnte. Anschaulich und interessant berichtete Mederle der 50-köpfigen Gruppe vom Krieg und ließ die Schüler an seinem reichen Wissen zum Ersten Weltkrieg teilhaben. Er rief dazu auf, kritisch zu sein und sich nicht nur eine Seite der Geschichte anzusehen.

Für die Trentiner waren die Kriegsjahre in etwa das, was für uns später die Optionszeit sein wird. Abertausende mussten ihre Heimat verlassen, die Dörfer entlang der Südfront wurden großteils evakuiert und vielfach zerbombt. Neben den politischen und wirtschaftlichen Gründen waren es nationalistische und auch religiöse Gründe, die in den Krieg führten. „Vor allem der aufkeimende Liberalismus war den Konservativen im Lande ein Dorn im Auge“, erklärte Mederle.

1917 kam es zu einer Verschärfung der Waffen und damit Kampfhandlungen, aber auch zu erstem Widerstand gegen den Krieg. Nur wenige wissen, dass in Auer ein Flugplatz der österreichischen Luftwaffe war. Auch nur wenige wissen, dass vor dem Krieg die Italiener in Tirol durch pangermanistische Bewegungen arg unterdrückt wurden. So verbot man ihnen z.B. die Ausbildung an der Universität in Innsbruck in ihrer Muttersprache bzw. wollte die italienischen Flurnamen „eindeutschen“. Um so wichtiger sei es, nicht nur eine Seite der Geschichte zu kennen, unterstrich Mederle.

 

Ein Kommentar

  1. Max Winkler sagt:

    Schneidiger bua in zwoaten Bild gonz links ;)))

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