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Inklusion & Integration: Job-Shadowing der FOS Ansbach in Meran

Von Sonntag, 10. bis Donnerstag, 14. Mai 2026 besuchte eine Delegation der FOSBOS Ansbach unsere Schule im Rahmen eines Job-Shadowings zum Thema “Inklusion”. Teilnehmende waren Silke Goth, Justine Knott, Christoph Göppner und Kerstin Hausmann. Vor Ort koordinierten Direktor David Augscheller, Vizedirektor Josef Prantl und Stephan Pircher das Programm. Ziel des Job-Shadowings war der fachliche Austausch zum inklusiven Lehren und Lernen in Südtirol/Italien sowie das Kennenlernen von Strukturen, Unterstützungsangeboten und innovativen Lernsettings.

Der Aufenthalt begann am Sonntag mit Anreise, Schulführung, Stadtführung und einem gemeinsamen Abendprogramm in Meran. Am Montag standen zentrale Grundlagen der Inklusion im Mittelpunkt: ein Kurzfilm zum italienischen inklusiven Schulsystem, Einblicke in die Inklusionsarbeit der Schule, Beiträge der Schulsozialpädagogik und Schulpsychologie sowie Praxisberichte zur Sprachförderung. Ein Referat von Inspektor Piero Di Benedetto ergänzte den Tag um rechtliche, historische und systemische Perspektiven.

werkSTOTTschual Aschbach

Der Dienstag führte zu Praxispartnern außerhalb der Schule (INDEPENDENT L. ONLUS) sowie in Unterrichtssettings zur Integration und Sprachförderung. Zudem wurde das digitale Tool Notebook LM vorgestellt und die „werkSTOTTschual Aschbach“ als innovativer außerschulischer Lernort präsentiert. Am Mittwoch folgten Unterrichtsbesuche an der FOS Meran, Einblicke ins Pädagogische Beratungszentrum sowie Beiträge zur Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen und Integrationsmitarbeitenden.

Im PBZ mit Rosmarie Schenk und Dorothea Staffler

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen. Das Job-Shadowing bot vielfältige Einblicke in ein stark vernetztes, praxisorientiertes Inklusionssystem und zeigte neue Ansätze für Unterricht, Förderung und schulische Zusammenarbeit.

An der FOS Meran mit Direktor Markus Dapunt

10 Jahre gelebte Schulpartnerschaft

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Schulpartnerschaft zwischen der RG/TFO Meran und der FOSBOS Ansbach machte sich eine Delegation von Lehrpersonen der Schule vom 7. bis 9. Mai auf den Weg nach Ansbach. Im Mittelpunkt der Jubiläumsfahrt standen Rückblick und Zukunftsperspektiven einer Partnerschaft, die seit einem Jahrzehnt vom Austausch, gegenseitigem Lernen und gemeinsamen Projekten geprägt ist.

Zum Auftakt begrüßte der Schulleiter der FOS, Gernot Helmreich, die Südtiroler Gäste und stellte innovative Entwicklungen im bayerischen Bildungssystem vor. Im anschließenden Austausch präsentierte Claudia Hofmann das Konzept der fachpraktischen Ausbildung an der FOS – ein zentraler Bestandteil des schulischen Profils, der Theorie und Praxis eng miteinander verbindet.

Einen spannenden Einblick in moderne Unterrichtsentwicklung bot Gianluigi Di Gennaro mit seinem Vortrag über „Teachino“ und den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Dabei wurde deutlich, wie digitale Werkzeuge Lernprozesse sinnvoll unterstützen und individualisieren können. Auf dem Programm stand auch die geführte Besichtigung  beim großen Küchenhersteller “Schüller“ in Herrieden. Am dortigen Produktionsstandort werden jährlich rund 170.000 Küchen gefertigt, die weltweit vertrieben werden. Nach Umsatz ist Schüller der zweitgrößte Hersteller von Küchenmöbeln in Deutschland.

Ein emotionaler Höhepunkt war der ausführliche Rückblick von Josef Prantl auf zehn Jahre Schulpartnerschaft. In seinem Vortrag ließ er zahlreiche gemeinsame Begegnungen, Projekte und persönliche Erinnerungen Revue passieren und zeigte auf, wie stark die Verbindung zwischen den beiden Schulen inzwischen gewachsen ist.

Neben dem offiziellen Programm kam auch der kulturelle Austausch nicht zu kurz. In Nürnberg erkundete die Gruppe bei einer Stadtführung die bewegte Geschichte der Stadt. Den Abend verbrachte die Gruppe bei einem gemeinsamen Theaterbesuch: Aufgeführt wurde „Die größere Hoffnung“ von Ilse Aichinger – ein eindrucksvolles kulturelles Erlebnis.

Auf der Rückfahrt am Samstag machte die Gruppe Halt an der Universitätsklinik Regensburg. Dort führte Univ. Prof. Lukas Prantl durch die Klinik und stellte seine Arbeit im Bereich der Wiederherstellungschirurgie vor. Die Einblicke in modernste medizinische Forschung und Praxis beeindruckten die Lehrpersonen nachhaltig.

Für die Kolleginnen und Kollegen der RG/TFO Meran war die Jubiläumsfahrt weit mehr als ein Festakt: Sie wurde zu einer wertvollen Lehrerfortbildung, die nicht nur fachliche Impulse setzte, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Kollegiums stärkte. „Solche Begegnungen verbinden, fachlich und menschlich“, lautete das einhellige Fazit.

An der Fortbildung nahmen neben Direktor David Augscheller und Vizedirektor Josef Prantl auch die Lehrpersonen Patrik Turni, Martin Hiegelsperger, Sonja Reinstadler, Iris Gilg, Gianluigi Di Gennaor, Roland De Bosio und Stephan Pircher teil.

An der Uniklinik Regensburg

Bereits am Montag wird die Partnerschaft in Form eines Jobshadowings von Kolleginnen und Kollegen aus Ansbach fortgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen inklusives Lernen und innovative Unterrichtskonzepte – ganz im Sinne einer Partnerschaft, die auch nach zehn Jahren lebendig bleibt.

RG-Maturant Thomas Götsch hält Geschichtsstunde in der 1. Klasse der TFO

Eine besondere Unterrichtsstunde erlebte kürzlich die 1. Klasse der TFO: Der angehende Maturant Thomas Götsch übernahm den Geschichtsunterricht und präsentierte den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über die römische Geschichte. Die Erstklässler lauschten aufmerksam und zeigten sich sichtlich angetan von der professionell gestalteten Stunde.

Es gelang dem Maturanten, die Klasse immer wieder zur Mitarbeit zu motivieren. Thomas Götsch visualisierte zentrale Lerninhalte, gestaltete eine übersichtliche Tafelanschrift und plante ausreichend Arbeitsphasen ein, in denen die Schülerinnen und Schüler das Gehörte vertiefen konnten. Die abwechslungsreiche Gestaltung ließ die Unterrichtsstunde wie im Flug vergehen.

Ob er später den Lehrberuf anstreben wird, sieht Thomas Götsch selbst noch offen. Der angehende Maturant meinte schmunzelnd, ihm fehle möglicherweise die langfristige Herausforderung. Die Klasse bedankte sich am Ende mit großem Applaus und wünschte ihm alles Gute für den bevorstehenden Abschluss.

An der Stunde nahm auch eine Kollegin der FOS Ansbach teil. Kristina Bischoff war in Meran, um die Praktikantinnen der FOS Ansbach für einige Tage zu betreuen, und nutzte die Gelegenheit, den Unterricht zu besuchen.

Zehn Jahre Schulpartnerschaft

Zehn Jahre Partnerschaft verbinden das Realgymnasium und Technologische Fachoberschule Meran (RG/TFO) mit der FOS/BOS Ansbach in der fränkischen Stadt Ansbach. Dieses Jubiläum wird im laufenden Schuljahr mit einer Reihe von Begegnungen und gemeinsamen Aktivitäten besonders intensiv gefeiert. Ziel der Zusammenarbeit ist es seit Beginn, den Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen zu fördern, Einblicke in unterschiedliche Schulsysteme zu ermöglichen und den europäischen Gedanken im Schulalltag lebendig zu halten.

Praktikantinnen der FOS Ansbach in Meran

Zum Jubiläumsjahr wurden die Kontakte erneut vertieft. Derzeit befindet sich eine Schülerinnengruppe aus Ansbach für zwei Wochen in Meran. Während ihres Aufenthalts absolvieren die Jugendlichen Praktika in verschiedenen Einrichtungen und Betrieben. Dadurch erhalten sie Einblicke in die Arbeitswelt und lernen gleichzeitig den Alltag in Südtirol kennen. Neben den Praktikumstätigkeiten steht auch ein kulturelles Rahmenprogramm auf dem Programm, das den Austausch mit den Meraner Schülerinnen und Schülern fördert und persönliche Begegnungen ermöglicht.

Stadtrundgang

Anfang Mai reist im Gegenzug eine Delegation des RG/TFO Meran nach Ansbach, um dort an der offiziellen Jubiläumsfeier teilzunehmen. Die Feierlichkeiten bieten Gelegenheit, auf zehn Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit zurückzublicken, gemeinsame Projekte Revue passieren zu lassen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Gleichzeitig werden auch neue Ideen für den weiteren Ausbau der Partnerschaft gesammelt.

Unmittelbar nach den Jubiläumsfeierlichkeiten folgt ein weiterer Höhepunkt im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus+. Eine Lehrpersonengruppe aus Ansbach kommt nach Meran, um an einem Job-Shadowing teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht dabei das Thema „Inklusives Lehren und Lernen“. Die Gäste erhalten Einblick in Unterrichtsformen, Unterstützungsmaßnahmen und schulische Konzepte am RG/TFO Meran. Gleichzeitig bietet der Austausch auch den Meraner Lehrpersonen die Möglichkeit, Erfahrungen zu reflektieren und neue Impulse für die eigene Unterrichtspraxis zu gewinnen.

Gemeinsames Abendessen

Das Jubiläumsjahr ist damit von einem besonders dichten Programm geprägt: Schüleraustausch, Praktika, offizielle Feierlichkeiten und pädagogischer Austausch greifen ineinander und zeigen, wie lebendig die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen auch nach zehn Jahren ist. Die Kooperation hat sich zu einem wichtigen Bestandteil des Schulprofils entwickelt und trägt dazu bei, den europäischen Gedanken im Schulalltag konkret erlebbar zu machen. Beide Schulen sehen in der Zusammenarbeit auch weiterhin großes Potenzial und möchten den Austausch in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

Große Trauer um Prof. Peter Oberhofer

Fassungslos haben wir die Nachricht vom Tod Peter Oberhofers erfahren. Bis heute können wir es nicht wahrhaben, dass Peter, den wir im vergangenen August in den Ruhestand verabschiedet haben, so plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde. Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Kollegen und Freund.

Peter wurde 1958 in Terlan geboren und schlug zunächst einen ganz praktischen beruflichen Weg ein. Nach dem Besuch der Gewerbeoberschule in Bozen, Fachrichtung Maschinenbau, sammelte er Erfahrungen in der Privatwirtschaft – im Fensterbau, in der Wartung von Maschinen und im Lösen technischer Probleme. Diese Bodenständigkeit und sein handwerkliches Können prägten ihn sein Leben lang.

Durch einen Zufall fand Peter 1990 in den Schuldienst – ein Glücksfall, nicht nur für ihn, sondern für Generationen von Schülerinnen und Schülern. Bereits im Schuljahr 1991/92 kam er an die damalige Zweigstelle der Gewerbeoberschule Bozen in Meran, die sich gerade im Aufbau befand. Gemeinsam mit wenigen anderen gehörte er zu den prägenden Persönlichkeiten der Anfangsjahre – zu jenen, die man mit Recht als Baumeister dieser Schule bezeichnen kann.

Über 35 Jahre hinweg war Peter weit mehr als ein Fachlehrer. Mit großer Leidenschaft initiierte und begleitete er zahlreiche Projekte: z.B. die Restaurierung einer alten Lokomotive, den Bau von Solarkollektoren, die Schulpartnerschaft mit Zwickau oder die legendäre Elektro-Ape. Diese Vorhaben zeugen von seinem Ideenreichtum, seinem Tatendrang und seiner Begeisterung für Technik – vor allem aber von seiner Fähigkeit, andere mitzunehmen und zu begeistern.

Seine besondere Stärke lag im Umgang mit Menschen. Peter begegnete seinen Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe, nahm sie ernst und verstand es, sie zu motivieren. Für viele war er nicht nur Lehrer, sondern auch Ratgeber und verlässlicher Begleiter – einer, der nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch Zuversicht und Freude.

Auch im Kollegium war Peter eine feste Größe. Sein Humor, seine Herzlichkeit und seine unkomplizierte Art machten ihn zu einem geschätzten Kollegen und Freund. Er hatte die Gabe, selbst in herausfordernden Zeiten Leichtigkeit zu bewahren und Gemeinschaft zu stiften. Gesellige Momente, bei einem Glas Prosecco, waren für ihn Ausdruck dessen, was ihm wichtig war: Zusammenhalt, Austausch und das Miteinander.

Mit Peter verlieren wir einen engagierten Lehrer, einen verlässlichen Kollegen und einen besonderen Menschen. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke, die schmerzlich spürbar ist. Was bleibt, ist die Dankbarkeit für alles, was er für unsere Schule und für uns getan hat – und die Erinnerung an einen Menschen, der Spuren hinterlassen hat, die weit über seine Zeit hinausreichen werden. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Denisa und allen, die ihm nahestanden. Wir werden Peter ein ehrendes Andenken bewahren!